GOING INSANE SERIES: ANXIETY DIARY

Going Insane Series | AnxietyDiary | Lisa Fiege

A DAY IN THE LIFE

Naja zumindest einen, bei dem Anxiety wieder den Weg aus seinem dunklen Loch gefunden hat.

Für alle die sich grad fragen, was ist denn hier los? Bitte einmal hier entlang, dort erfolgt Aufklärung.

Kleine Randnotiz

An alle die mir auf den letzten Blogpost äußerst unsensible ‚Such dir gefälligst Hilfe Nachrichten‘ geschickt haben. 1. Wow, einfach nur wow. 2. Wer lesen kann…, ich habe bereits geschrieben, dass ich mich damit schon auseinandergesetzt habe 😉 Leider weiß jeder Betroffene, dass dies nicht wie bei einer Erkältung ist, bei dem man zu jedem 0815 Hausarzt gehen kann, der einem dann viel Tee trinken empfiehlt. Ich bin momentan mit der Therapie Sache noch etwas überfordert und weiß nicht ganz wo ich anfangen soll.
Das Therapie Thema ist aber auf jeden Fall etwas, bei dem ich dran bin, aber auch etwas, dass ich gerne offline halten möchte und das ist hoffentlich verständlich.

Mit dem letzten Beitrag wollte ich lediglich den Stein zum Thema Mental Health zum Rollen bringen, dass ich dem Thema mehr Aufmerksamkeit widmen möchte, da auch ich damit zu kämpfen habe. Dies war schon schwer in Worte zu fassen. Nun sitze ich hier und überlege, wie ich euch am besten vermitteln kann, wie sich denn das Ganze unter anderem bei mir äußert. Das Letzte was ich will, ist mentale Probleme ästhetisch schön darzustellen, denn es ist nicht schön. Es ist einsam an die Wand starren. Allerdings sind wir uns bei einer Sache wohl auch einig, dieser Blog ist auch nicht die Apothekenrundschau und ich bin immer noch ich, also warum nicht das wie, warum, was meiner Anxiety Probleme so schildern wie sie auch wirklich passieren. Ich habe mich auch bewusst dazu entscheiden, diese Beiträge nicht mit verheulten schwarz-weiß Fotos von mir zu versehen, sondern mit Bildern auf denen ich mich wohl in meiner Haut fühle. Ich komme noch darauf zu sprechen, wie unfassbar wichtig positives Denken ist und Traurigkeit bekämpft man wohl kaum mit traurigem visuellen Input. Ich könnte auch ganz auf Bilder verzichten, aber wenn mich Anxiety von einer Sache ganz sicher nicht abhält, dann ist es meine Kreativität.

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WELCOME.

Ganz offensichtlich sieht bei mir nicht jeder Tag so aus, ganz im Gegenteil, die Mehrheit meiner Tage habe ich sehr sehr gut unter Kontrolle. Denn Anxiety hin oder her, ich bin ein sehr disziplinierter Mensch. Zu meinen Routinen, etc. auch gerne bald mehr.

Dies ist lediglich ein ‚Auszug‘ aus meinem Leben/Alltag. Genau wie auf Instagram kann man nicht immer jeden Aspekt zeigen. Man wird also nie die genauen Lebensumstände einer Person kennen, die entschieden hat viel aus dem eigenen Leben online zu teilen. Leider nehmen sich viele trotzdem heraus, die Olle auf dem Bildschirm perfekt zu kennen und damit verbunden, die Rechtfertigung jemanden zu verurteilen (besagte Idioten sind nämlich natürlich auch immer Sherlock Holmes und Dr. House in einer Person, well they wish).

Ich weiß aber auch, dass  99,9% der Menschen dir mir online folgen, die einfühlsamsten und verständnisvollsten Menschen sind. Und für diese Menschen soll diese Beitragsreihe auch sein. Ich war ganz überwältigt von euren Nachrichten. Dafür möchte ich euch danken. Ich möchte, dass dies hier zu einer offenen Konversation führt (möglichst ohne Idioten Input, aber die sind halt meistens so lästig wie Fruchtfliegen).

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THIS WAS DOCUMENTED ON A MONDAY

… und ich freue mich auf Montage. Wenn da nicht ab und zu, ungerechtfertigte Selbstkritik, fehlende Geduld, Panik & eine allgemein negative Einstellung, Öl ins Anxiety Feuer gießen würden.

IS THIS THE END OF THE BEGGINING?
OR THE BEGGINING OF THE END?

(es gibt einfach für alles die passenden Black Sabbath Songtexte)

Es ist nicht so, dass ich schon mit einer Panikattacke oder Angstzuständen aufwache. Nein ganz im Gegenteil, ich wache jeden Morgen mit einem extrem positiven Mindset und höchstmotiviert auf. Ich bin ein Morgenmensch. Jeder Morgen hat für mich etwas von einem frischen Start (Junge Junge, dass war kitschig).
Ich bin selbstständig und arbeite von zu Hause und habe mich sehr viel darüber informiert, wie man dies am besten händelt (natürlich auch Typsache). Was jedoch in jedem Schlaumeier-Buch anzutreffen war, ist eine feste Morgen-Routine. Dem Ganzen werde ich definitiv auch noch einen Blogpost widmen, denn nichts hat mir mehr geholfen. Geholfen auch vor allem dabei, eine positive mentale Einstellung zu entwickeln und beizubehalten.

Doch an manchen Tagen gerät selbst diese idiotensichere (hah!) Routine ins wanken. Es ist als würde mein Gehirn gewerkschaftsmäßig streiken. Hier wird mir die Selbstständigkeit/Home Office auch ein Stück weit zum Verhängnis. Denn einerseits würde ich mir wünschen, ich wäre durch feste Arbeitszeiten/-platz gezwungen meine Anxiety Blase zu verlassen. Andererseits riesigen Respekt, an alle die unter Anxiety leiden und gezwungen sind Present zu sein und eben nicht den Freiraum haben, dies erst ‚zurechtzurücken‘.

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GOOD MORNING ANXIETY

Wenn Anxiety in mir hochkriecht, die mich grundlos panisch nervös* werden lässt, gerate ich in meiner Morgen Routine irgendwann ins stoppen. Mich verlässt die Motivation, die Disziplin die für mich sonst so natürlich ist. Ich werde in den Dingen die ich tue, sei es so etwas simples wie Frühstücken, zum Training gehen oder erste kreative Ideen zu ‚Papier‘ bringen, einfach langsamer, bis es irgendwann zum Stillstand kommt. Es erscheint total grundlos, dass mein sonst so hochmotiviertes Hirn einfach so bereit ist den Betrieb einzustellen, vor allem da mir die ganze Zeit durchaus bewusst ist, dass es reine Kopfsache ist. Dies ist nicht der Angstzustand, in dem ich Herzrasen bekomme, dass ist eine ganz andere Geschichte. Es ist viel mehr, dass mir mein Kopf sagt ’nö, hab ich jetzt keine Lust drauf, deswegen machen wir es nicht‘. Wie ein trotziges Kind an der Supermarkt Kasse, dass unbedingt das neongrüne Kaugummi will und sich ansonsten keinen Schritt von der Stelle bewegt.

Dies sind dann meist die Momente an denen ich mich vom Schreibtisch aufs Sofa zurückziehe und hier pseudomäßig an meinem Laptop ‚arbeite‘. Ich habe leider kein abgegrenztes Büro, ich arbeite in unserem Wohnzimmer, was es auch leider doppelt so schwer macht, Arbeit von ‚Sofamomenten‘ zu trennen. Und ja, Wohnungssuche in Köln ist noch schwerer als momentan einen Bogen um die Dior Saddle Bag zu machen. Die Qualität und Quantität der besagten Sofa-Arbeit könnt ihr dann wohl erahnen. Ich werde noch nervöser*, panisch nervös, ein billiger Micheal Bay Splasher Movie ist nichts dagegen. Und hier kommt der Anxiety Stein dann ins Rollen.

*Wenn ich mich so nervös fühle wirkt mein geliebter Kaffee (und auch Alkohol) übrigens wie Brandbeschleuniger für Anxiety. Herauskristallisiert aus der Feldstudie ‚Leben‘, mache ich an solchen Tagen deshalb einen großen Bogen um besagte Getränke.

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THE DEVIL AT WORK

Ich gerate in eine Art Teufelskreis, denn so verdreht die ganze Sache auch erscheinen mag, mache ich mir jetzt natürlich Vorwürfe, dass ich mehr tun könnte. Es ist zum schreien.
Obwohl ich weiß, dass ich eh schon nicht in der besten mentalen Verfassung bin, mache ich mir jetzt noch Vorwürfe, dass ich mehr tun muss, mehr arbeiten, um Schritthalten zu können. Was natürlich vollkommener Schwachsinn ist, denn 1-2 Tage ohne Mails beantworten, treibt einen nicht in den Ruin. Es bringt einen allerdings auch nicht weiter und dies ist etwas, dass mich dann bis zum Anschlag stresst. Und diesen Stress habe ich mir selber eingebrockt. Rede ich mir zumindest selber ein.

Negative Selbstgespräche sind wohl die Wurzel allen Übels. Leider ist es einfach gesagt als getan, diese Stimmen abzuschalten oder noch schwieriger, in positives Gedankengut umzuwandeln. Ich arbeite jedoch daran und glaubt mir, es gibt Wege sich dies ‚anzutrainieren‘. Deswegen sind solche Tage auch schon deutlich weniger geworden. Natürlich teile diese Tipps sehr gerne mit euch, aber das ist dann wohl was für einen weiteren Blogpost, denn ich bin jetzt schon bei 1800 Wörtern 😉

Wenn ich mich aus diesem Anxiety Teufelskreis nicht befreien kann, wie gesagt, ich schaffe es mittlerweile ziemlich gut (Tipps & Tricks folgen demnächst), zieht sich das Entertainment Paket bestehend aus negativen Selbstgesprächen, extremer Nervosität und daraus resultierende Panikattacken bis in den Abend hinein. Wie es ist, auf eine negative ständig rotierende Gedankenwelt schlafen zu gehen, muss ich wohl nicht weiter erläutern. Da hilft selbst oft die beste Meditations-App nicht weiter.

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Daraus resultierende Panikattacken?

Dies sind dann die Momente in denen mir alles zu viel wird und alles über mich hereinbricht. Meine Nervosität hat sich in Herzrasen gesteigert und ich muss unkontrolliert, grundlos weinen, wohl eher heulen (obwohl wer weint schon kontrolliert?). Die Rastlosigkeit meiner Gedanken und die andauernde Nervosität ist zum verrückt werden. Dies bricht in den verschiedensten Momenten über mich herein. Zum einen begründet, wie z.B. an dem beschriebenen Montag, an dem heraufbeschworener Stress, negative Gedanken & Co. einfach ihren Zenit gefunden haben. Daran arbeite ich momentan jedoch und es wird besser.
Aber leider auch grundlos und ohne Vorwarnung. Wenn ich z.B. grad den perfektesten Tag mit Freunden auf einem Festival hatte und ich von jetzt auf gleich Herzrasen und Tränen in den Augen habe. Dies ist definitiv eine Sache, bei der ich mir selber noch nicht weiterhelfen konnte, weil es teilweise einfach unerklärlich ist. Dies ist definitiv einer der Gründe, dass ich mich momentan intensiver im Therapie Dschungel umsehe. Denn in solchen Situationen sind auch Außenstehende betroffen und auch wenn ich weiß, dass meine Familie und Freunde hier vollstes Verständnis haben und mich nur unterstützen wo es geht, möchte ich dies auf Dauer niemanden zumuten. Und in erster Linie möchte ich es mir einfach nicht zumuten.

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SO WHAT IS ANXIETY?

Tja, gute Frage. Anxiety ist so vielseitig wie das Sortiment von Amazon. Nur wenige werden diesen Post lesen und sagen ‚ja, genauso ist es bei mir auch‘. Aber es werden sich viele in einigen Teilen wiederfinden. Dies ist nur einer der Tage an denen sich Anxiety bei mir zeigt. Ich könnte noch weitere ‚Anxiety Diary‘ Einträge verfassen, aber wie beschrieben trifft es mit Abstand am häufigsten ein. Es gibt noch so viele andere Arten wie sich dies zeigt und so ist es auch von jeder Person unterschiedlich. Jeder kämpft mit anderen Dämonen. Und in diesen Kämpfen stark zu bleiben erfordert unfassbar viel Kraft. Verliert nicht den Glauben an euch selber und erlaubt euch auch mal schwach zu sein.

Kleine Randnotiz

So und jetzt bleibt mir nur zu hoffen, dass ich keine Hater Nachrichten von ignoranten Idioten bekomme. Die mir schreiben, ich soll gefälligst einfach den Arsch hochbekommen. Wenn es doch nur so einfach wäre. Wir reden hier nicht von einfacher Faulheit.
Ich weiß auch, dass es ein Segen ist, dass ich durch meine Selbstständigkeit die Möglichkeit habe, dieser Sache Namens Anxiety Zeit zu widmen und das ich es mir erlauben kann (eigentlich auch nicht) an solchen Tagen eben langsamer zu arbeiten. Bitte bedenkt, dass ist nicht etwas, dass mir zu Weihnachten geschenkt wurde. Ich habe sehr hart dafür gearbeitet und dies auch jeden Tag weiterhin tue, um in dieser Position zu sein, dass kommt nicht von allein. Und wie alles im Leben, hat auch diese Position seine Vor- und Nachteile, denn häufig, bin ich in dieser ‚Einsamkeit‘ auch ein Stück weit gefangen.

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THE END (naja des Blogposts).

Obwohl es mir alles andere als schwer gefallen ist, dies nun alles so runter zu schreiben, fühlt es sich irgendwie auch ein bisschen komisch an, euch alles zu schildern. Es macht einen ja auch ein Stück weit angreifbarer. Obwohl ich mir zu 100% sicher bin, dass es einen auf Dauer stärker macht darüber zu sprechen/schreiben. Selbst wenn es nur zu Selbsttherapie Zwecken ist. Ich möchte aber auch vor allem eine offene Konversation zu diesem Thema fördern. Niemand sollte sich dafür schämen. Ich möchte keine Disclaimer mehr einfügen müssen, in dem ich mich dazu gedrängt fühle mich dafür rechtfertigen zu müssen, dass ich eben an einigen Tage einfach nicht 100% abliefern kann. Es ist kein simples ‚reiß dich zusammen‘-Problem. Ich bin diszipliniert wie ein Navy Seal (kleiner Euphemismus) und trotzdem verweigert mein Kopf ab und zu den Dienst. Keiner ist perfekt und das ist ok.

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1 Comment

  • ich glaube ich habe mich in diesem thema noch nie so verstanden gefühlt wie jetzt. allerdings glaube ich, dass ich auch noch nie darüber geredet habe (meine vergesslichkeit bringt mich irgendwann noch um). ich bin wirklich nicht gut darin so mit leuten zu kommunizieren, dass sie mich voll und ganz verstehen. danke, dass ich nichtmal was sagen muss um mich nicht mehr so verdammt allein zu fühlen.
    wie sagt man denn sowas, wenn man im grunde keinen satz mehr sagen kann? allein, dass du es versuchst, macht mir hoffnung.
    ganz viel liebe an dich!

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